Umgang und Kommunikation

Ältere mann und küngere Frau sprechen miteinander

Menschen mit Demenz verändern sich. Sie vergessen Namen, Wege und Gesagtes. Sie sind mal lustig und mal störrig, mal in sich gekehrt, mal unruhig oder aufbrausend. Für Angehörige und Zugehörige, ihr persönliches Umfeld oder Außenstehende kann ihr Verhalten seltsam wirken, störend oder belastend sein – und es ist mitunter schwer, mit Worten, Gesten oder Taten einen Zugang zu ihnen zu finden.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Informationen an die Hand geben, um Menschen mit Demenz, ihr Erleben und Fühlen besser zu verstehen, einen guten Umgang miteinander zu finden und trotz fortschreitender Erkrankung in Kontakt zu bleiben – sei es als Angehörige und Zugehörige, als Nachbar und Nachbarin oder Kollege und Kollegin.

Jede Situation ist anders, jeder Mensch ist anders

Das Wichtigste vorneweg: Die folgenden Tipps geben nur einen kleinen Einblick in mögliche Wege und sind nicht als Leitfaden oder Patentrezept zu verstehen. Jede Beziehung hat ihre eigene Geschichte und ihre eigenen „Spielregeln“. Darüber hinaus ist auch jede Demenz anders. Der Verlauf der Erkrankung und die Art der Symptome unterscheiden sich von Mensch zu Mensch – ebenso wie Charaktere, Eigenschaften und Vorlieben. Es gibt demnach kein starres Richtig oder Falsch, um unterschiedlichen Situationen zu begegnen.

Was wir Ihnen mit auf den Weg geben können, ist: Bleiben Sie authentisch und probieren Sie aus, was für Sie persönlich funktioniert – auch wenn mal etwas schiefgeht.

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gern!

In unseren persönlichen Beratungen können wir über konkrete Alltagssituationen und Herausforderungen sprechen und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Kontaktieren Sie uns gern, um einen Termin zu vereinbaren. Sie erreichen uns via E-Mail an info(at)alzheimer-berlin.de oder telefonisch unter 030 89 09 43 57.

Tipps für das Zusammenleben

Mit einer Demenzerkrankung verändert sich das Zusammenleben, und es braucht Zeit und Geduld, um sich auf die neue Situation einzustellen. Die folgenden Tipps können dabei helfen, den Folgen der Demenzerkrankung im Alltag besser zu begegnen, die Bedürfnisse der Person zu beachten und sie respekt- und würdevoll zu unterstützen. Vielleicht können sie auch dazu beitragen, dass Ihr Alltag etwas leichter wird und Sie weiterhin eine schöne Zeit miteinander verbringen können.

In Folge #23 des Demenz-Podcasts spricht Demenz-Experte Erich Schützendorf über seine Grundhaltung im Umgang mit Menschen mit Demenz. Spezielle Anregungen für Demenz in der Partnerschaft finden Sie beim Zentrum für Qualität in der Pflege.

Ein guter Anfang für einen harmonischeren Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ist Wissen. Informieren Sie sich möglichst früh über das Krankheitsbild und die damit verbundenen Veränderungen. Nur wenn Sie die Erkrankung und deren Folgen kennen, können Sie auch den Menschen, seine Gefühle und sein Verhalten verstehen. Ein gutes Verständnis kann Missverständnisse zwar nicht vollends verhindern, es kann jedoch den Stress in der Beziehung reduzieren und die Akzeptanz stärken.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie als An- und Zugehörige lernen, die Demenzerkrankung zu akzeptieren und sich auf diesem Weg rechtzeitig Unterstützung suchen. Kontaktieren Sie uns gern für eine persönlichen Beratung.

Das soziale Umfeld und die unmittelbare Umgebung können entscheidend zur Teilhabe von Menschen mit Demenz beitragen und ihnen ein selbstbestimmtes, sicheres Leben in ihrem gewohnten Umfeld ermöglichen. Meist machen schon Kleinigkeiten das Leben aller Beteiligten leichter und schöner – etwa ein kurzes Gespräch im Treppenhaus oder ein gemeinsamer Spaziergang durch die Nachbarschaft.

Unser Tipp ist deshalb: Gehen Sie möglichst offen mit der neuen Situation um, beziehen Sie andere Menschen mit ein und sensibilisieren Sie sie über die Demenzerkrankung – zum Beispiel über die Symptome, sich ändernde Bedürfnisse und mögliche Reaktionen und Herausforderungen. Wenn möglich, beziehen Sie auch die Person mit Demenz mit ein und wägen Sie gemeinsam an, welche Informationen Sie offen teilen möchten.

Mit kleineren Änderungen können Sie Wohnräume an die neuen Bedürfnisse anpassen und mehr Orientierung und Sicherheit erreichen. Bedenken Sie dabei, dass Neuanschaffungen und Änderungen in der Wohnung Menschen mit Demenz verunsichern und ihnen Angst machen können. Gehen Sie daher behutsam und schrittweise vor.

Eine gut ausgeleuchtete Wohnung kann zum Beispiel die Sicherheit erhöhen und verhindern, dass Menschen durch dunkle Ecken und Schatten Ängste entwickeln. Um die Orientierung in der Wohnung zu erleichtern, ist es hilfreich, übermäßige Reize wie Tapeten und Teppiche mit irritierenden Mustern oder Motiven zu entfernen. Sie können auch Räume und Gegenstände beschriften. Eine Vorlage hierfür bieten die Hinweisschilder vom Bundesgesundheitsministerium. Weitere Informationen zur Raumgestaltung und Wohnraumanpassung finden Sie in unserem Ratgeber.

Planen Sie für alle Tagesaufgaben und -aktivitäten wie Frühstück, Körperpflege, Fernsehen oder Sport mehr oder weniger feste Zeiten ein – mit etwas Puffer, falls es doch mal länger dauert. Behalten Sie die alten Gewohnheiten der Personen nach Möglichkeit bei. Altvertraute und wiederkehrende Abläufe geben Menschen mit Demenz ein Gefühl von Sicherheit und helfen ihnen dabei, sich im Alltag besser zurechtzufinden. Für die zeitliche Orientierung ist es hilfreich, eine gut lesbare Uhr anzubringen sowie einen Kalender, in dem Sie das jeweilige Datum markieren.

In einer frühen Phase der Demenz können Sie durch gleichbleibende, überschaubare „Stundenpläne“ Struktur geben und unnötigen Stress vermeiden. Versuchen Sie, spontane Änderungen im Tagesablauf weitestmöglich zu vermeiden.

Menschen mit Demenz sind manchmal unruhig und wollen etwas tun. Das kann dazu führen, dass sie in der Wohnung umräumen und dabei gelegentlich Gegenstände wie Schlüssel, Geld oder Lebensmittel verlegen. Wenn Sie einen Gegenstand finden, legen Sie ihn einfach an seinen richtigen Platz zurück. Werfen Sie sicherheitshalber auch einen Blick in Mülleimer, um nicht aus Versehen wichtige Gegenstände wegzuwerfen.

Sollte die Person einen bestimmten Gegenstand vermissen und nicht wiederfinden, kann es passieren, dass sie anderen Menschen Diebstahl unterstellen und ungehalten reagieren. Versuchen Sie, diese Anschuldigungen nicht persönlich zu nehmen und begeben Sie sich gemeinsam auf die Suche. Versuchen Sie, sich zu merken, wo häufige „Verstecke“ sind. Suchen Sie sie regelmäßig nach Lebensmitteln ab, damit sie nicht unbemerkt verderben.

In der Mediathek vom Familiencoach Pflege der AOK finden sich verschiedene Kurzfilme, die typische Problemsituationen darstellen und passend dazu Filme mit möglichen Lösungen.

Menschen mit Demenz haben ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit. Sie reagieren empfindlich auf Umgebungsreize wie laufende Fernseher, Stimmen aus dem Radio oder grelles Licht sowie auf Stress, Hektik und Zeitmangel. Sorgen Sie daher für eine möglichst entspannte Atmosphäre – sowohl im eigenen Zuhause als auch im Umgang.

Gespräche führen Sie zum Beispiel am besten in einer ruhigen Umgebung und nur dann, wenn Sie selbst ruhig und entspannt sind. Lassen Sie den Menschen die Zeit, die sie brauchen, um etwas zu erzählen oder etwas zu machen. Zu viel Ungeduld kann Menschen mit Demenz verunsichern und dazu führen, dass sie sich zurückziehen, passiv werden und ihre Fähigkeiten unnötig einschränken. 

Auch beim Essen kann Ruhe hilfreich sein – vor allem für introvertierte Menschen oder Menschen, bei denen die Demenz weit fortgeschritten ist. Laute Umgebungsgeräusche oder andere Personen am Tisch können bei ihnen Stress auslösen und sie vom Kauen und Schlucken ablenken.

Beziehen Sie Menschen mit Demenz bewusst in Entscheidungen, alltägliche Aufgaben und Ihr Sozialleben mit ein. Überlegen Sie, was die Person kann und gerne mag. Welche Fähigkeiten und Stärken hat sie? Was bringt ihr Freude? Welche Tätigkeiten im Alltag kann sie noch gut übernehmen? Oder auch: Was können Sie gemeinsam machen und erledigen?

Es erfordert möglicherweise einiges an Geduld, aber: Indem Sie den Menschen einbeziehen und Aufgaben übernehmen lassen, können Sie die Selbstständigkeit und Alltagskompetenzen länger aufrechterhalten. Zudem zeigen Sie der Person, dass sie noch gebraucht wird. Haushalttätigkeiten wie das Planen und Zubereiten von Essen sind zum Beispiel gute Anknüpfungspunkte. Selbst, wenn dabei etwas schief geht oder das Ergebnis anders ist als geplant: Das Schöne für den Menschen ist, dabei zu sein und etwas beizutragen.

Bei fortgeschrittener Erkrankung tendieren Menschen mit Demenz dazu, sich zurückzuziehen, wenn eine Situation sie überfordert oder zu sehr anstrengt. In dem Fall sind Ruhepausen wichtig. Achten Sie jedoch darauf, dass die Person sich nicht vollständig zurückzieht, und versuchen Sie, kleine Tätigkeiten zu finden, die die Person zum Mitmachen motivieren und ihr Freude bringen.

Menschen mit Demenz, die aktiv sind, können erlernte Fähigkeiten und ihre Selbstständigkeit länger erhalten. Suchen Sie für den Alltag am besten nach anregenden Aktivitäten, die an die Interessen und Vorlieben der Erkrankten, ihre Vergangenheit oder berufliche Biografie anknüpfen – seien es kulturelle Veranstaltungen, Spielerunden, Kochen und Backen oder die Gartenarbeit. Geben Sie Hobbys nicht direkt auf, wenn die erlernten und kognitiven Fähigkeiten nachlassen. Entscheidend ist, dass die Menschen weiterhin Freude an den Aktivitäten haben – unabhängig davon, ob etwas gelingt oder erinnert wird. Viele Hobbys lassen sich auch ohne großen Aufwand anpassen. Beim Tanzen können Sie zum Beispiel die Schrittfolge vereinfachen und Wanderausflüge in Gemeinschaft unternehmen.

Ideen Tätigkeiten und Beschäftigungen, die sich am Alltag und der Biografie der Menschen orientieren, finden Sie im Wegweiser Demenz. Das Zentrum für Qualität in der Pflege hat Tipps zusammengestellt, wie sie Bewegung fördern und Stürze vermeiden. Weitere Ideen für gibt es in der Broschüre „Miteinander aktiv“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Menschen mit Demenz können sich oft noch gut an Menschen und Erlebnisse „von damals“ erinnern. Je mehr Sie über ihre persönliche Geschichte wissen, desto besser können Sie alte Erinnerungen aufleben lassen. Sie können zum Beispiel zusammen alte Fotos oder Urlaubsandenken anschauen und darüber sprechen, Gerichte aus der Kindheit nachkochen und Ausflüge an bekannte Orte unternehmen. Wichtig hierbei ist: Sie sollten sicher sein, dass die Erinnerungen aus schönen Zeiten stammen und nicht mit negativen Erfahrungen oder Gefühlen verbunden sind.

Um neuere Erinnerungen festzuhalten, können Sie ein aktuelles Fotoalbum gestalten – am besten mit großformatigen Fotos und kurzen, einfachen Texten, um zum Beispiel die Namen der abgebildeten Personen zu notieren, das Datum oder den Anlass, zu dem das Foto entstanden ist. Mit solch einem Fotoalbum erleichtern Sie Erinnerungen und schaffen eine weitere Grundlage für Gespräche.

Mehr Informationen zur Biografiearbeit finden Sie unter anderem bei der AOK und im Wegweiser Demenz.

Musik kann Menschen mit Demenz geistig, körperlich, emotional und spirituell fördern. Sie kann die Stimmung aufhellen, alte Erinnerungen wecken, beleben und aktivieren. Sie können sich die positive Wirkung von Musik zunutze machen, indem Sie zum Beispiel gemeinsam alte Platten auflegen und Lieblingslieder hören oder zusammen schunkeln oder tanzen. Auch gemeinsames Musizieren bringt Freude. Wenn die Menschen früher selbst ein Instrument gespielt haben und die Fertigkeiten allmählich nachlassen, können Sie auf einfachere Varianten umsteigen: Trommeln und Singen beispielsweise klappen auch noch bei fortgeschrittener Erkrankung.

Mehr darüber, wie Musik wirkt und wie Sie sie zu Hause einsetzen können, erfahren Sie in der Broschüre „Musik in der Begleitung von Menschen mit Demenz“ von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und in Folge #26 des Demenz-Podcasts.

„Das Wissen über die Besonderheiten der jeweiligen Demenzformen
kann einen besseren Umgang mit dem an Demenz Erkrankten fördern.“
Janin Exner, Sozialarbeiterin, Mitteillungen 12/2018

Tipps zum Essen und Trinken

Essen und Trinken können bei Demenz eine Herausforderung sein. Manche Menschen mit Demenz essen wahllos, manche haben durch die große Unruhe und das Umherwandern einen sehr hohen Energiebedarf, manche vergessen das Essen schlichtweg. Hinzukommt, dass bei Demenz häufig der Geschmack sowie das Hunger- und Durstgefühl nachlassen. Dadurch besteht das Risiko, dass die Menschen zu wenig essen oder trinken, dass ihnen wichtige Nährstoffe fehlen und sie körperlich schwächer werden. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, dass es mit dem Essen und Trinken besser klappt.

Ausführliche Information rund um Ernährung und Demenz finden Sie in dem Heft „Essen und Trinken bei Demenz“ und beim Wegweiser Demenz. Auf der Website gibt es auch ein Video mit Alltagstipps mit türkischen Untertiteln. Spezielle Tipps zum Essen und Trinken bei Hitze finden Sie auf der Seite von Alzheimer Schweiz.

Menschen mit Demenz empfinden seltener Durst und haben ein höheres Risiko, zu wenig zu trinken und zu dehydrieren – vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer. Welche Trinkmenge gut ist, können Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt besprechen. Um zu unterstützen, dass die Menschen über den Tag verteilt ausreichend trinken, können Sie an verschiedenen Stellen in der Wohnung Getränke aufstellen. Achten Sie darauf, dass sie Becher und Tassen verwenden, die gut zu erkennen sind, die sich einfach greifen und heben lassen und die kippsicher stehen. Als Getränke sind leicht gesüßte und bunte Getränke wie Schorlen oder Tees oft beliebter als einfaches Wasser.

Gemeinsames Kochen ist aus vielerlei Hinsicht eine schöne und sinnvolle Aktivität: Es schafft gemeinsame Erlebnisse, erhält Alltagskompetenzen aufrecht, kann Demenzsymptome wie Unruhe lindern und bei Wahnvorstellungen helfen, dass Getränke und Essen eher akzeptiert werden. Darüber hinaus regt gemeinsames Kochen den Appetit an – was besonders wichtig ist, da bei Menschen mit Demenz der Geschmackssinn nachlässt und sie wenig Hunger empfinden. Duftende Lebensmittel, die gemeinsam geschnitten, gebraten oder gebacken werden, können die Freude am Essen zurückbringen. Sollte die Person nicht mithelfen können oder wollen, kann es trotzdem schön für sie sein, in der Küche dabei zu sein und Ihnen beim Zubereiten der Speisen zuzusehen.

Menschen mit Demenz schmecken intensiv gewürzte und deftige Speisen meist besser. Darüber hinaus mögen sie Süßes. Denn: Der Sinn für Süßes ist der einzige Geschmackssinn, der im Verlauf der Erkrankung nicht verloren geht. Das können Sie sich beim Kochen zunutze machen und zum Beispiel herzhafte Gerichte mit Honig oder Zucker nachsüßen. Viele mögen solche nachgesüßten Speisen und essen sie mit großem Appetit. Probieren Sie hier ruhig ein wenig herum und passen Sie alte Rezepte an die neuen Vorlieben an – oder lassen Sie die Menschen selbst ungewöhnliche Kombinationen austesten.

Menschen mit Demenz kann es schwerfallen, Besteck richtig und zweckgemäß zu verwenden oder das Besteck zum Mund zu führen – etwa, wenn sie zitternde Hände (Tremor) haben oder in der Beweglichkeit beeinträchtigt sind. In dem Fall können Sie Essen als handliche und gegebenenfalls mundgerechte Häppchen zubereiten. Fingerfood ermöglicht den Menschen, selbstständig zu essen – was immer Vorrang vor Tischmanieren hat und zudem das Selbstwertgefühl und die Motivation zum Essen fördert. Das Anfassen hilft dabei, das Essen haptisch zu begreifen. Es regt die Sinne und im besten Fall auch den Appetit an.

Fingerfood eignet sich auch, wenn Menschen mit Demenz eine große Unruhe verspüren und nicht am Tisch essen wollen. Handliche Gerichte wie belegte Brote, Pfannkuchen oder Obst können ohne Probleme beim Umherlaufen mitgenommen werden. Alternativ können Sie auch kleine Teller mit Fingerfood an verschiedenen Orten in der Wohnung verteilen, so dass sich die Person auf ihren Runden immer wieder bedienen kann.

Menschen mit Demenz können zu viele Reize und Anregungen nicht mehr richtig verarbeiten und fühlen sich schnell überfordert – das gilt auch beim Essen. Wenn beispielsweise das Mittagessen aus mehreren Teilen besteht, stellen Sie diese am besten nacheinander auf den Tisch. Legen Sie nur das Besteck auf den Tisch, das gerade benötigt wird.

Beim Anrichten auf dem Teller wirkt es ansprechender, wenn die einzelnen Bestandteile – Kartoffeln, Gemüse, Fleisch – in kleinen Portionen getrennt voneinander liegen. Es hilft Menschen mit Demenz dabei, das Essen besser zu erkennen. Grundsätzlich werden kleinere Portionen eher akzeptiert und gegessen als große Portionen auf überfüllten Tellern. Sie können Mahlzeiten und Snacks also ruhig über den Tag verteilen.

Tipps für die Kommunikation

Je nach Demenzform und Krankheitsstadium können das Sprachverständnis und die Fähigkeit zu sprechen mehr oder weniger stark eingeschränkt sein. Was an Sprache verloren geht, kommt jedoch an emotionalem „Spürsinn“ hinzu: Menschen mit Demenz nehmen die Gefühle und Stimmungen ihres Umfelds intensiv wahr. Oft merken sie auf den ersten Blick, ob ihr Gegenüber gestresst und ungeduldig, verärgert oder ruhig und zufrieden ist – und sie reagieren entsprechend darauf.

Wenn ein Mensch an Demenz erkrankt, üben Sie sich am besten in Entschleunigung und versuchen Sie, ganz bewusst im Hier und Jetzt zu sein. Indem Sie sich auf andere Formen der Kommunikation einlassen, können Sie und die Person mit Demenz in Kontakt bleiben – selbst dann, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist.

Ausführliche Informationen darüber, wie Kommunikation mit Menschen mit Demenz gelingt, finden Sie in der Broschüre „Mehr als Worte“ von den Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz und beim Wegweiser Demenz. Kommunikation ist auch Thema von Folge #2 des Demenz-Podcasts. Die wichtigsten Empfehlungen hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft auf dem Plakat 11 Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz zusammengefasst.

Eine einfache Sprache fördert das Verständnis und vermeidet Missverständnisse. Um Ihre Sprache zu vereinfachen, können Sie ein paar Regel beachten. Zum Beispiel: Sprechen Sie in kurzen und klaren Sätzen. Vermeiden Sie verschachtelte Sätze mit vielen Nebensätzen. Verzichten Sie auf Fremdwörter, und vermeiden Sie alles, was Sätze unnötig verkompliziert oder doppeldeutig sein könnte. Schwer zu verstehen sind zum Beispiel negativ formulierte Äußerungen mit „nicht“, „kein“ oder „niemand“, Redewendungen und Metaphern sowie ironische und sarkastische Aussagen.

Wenn Sie Fragen stellen, formulieren Sie diese als unkomplizierte Ja/Nein-Fragen oder geben maximal zwei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. So können Sie Menschen darin bestärken, eigene Entscheidungen zu treffen und positive Gefühle auslösen. Geben Sie der Person ausreichend Zeit, um Ihre Frage zu verstehen und darauf zu reagieren.

Achten Sie darauf, dass Sie beim Sprechen nicht in eine Babysprache abrutschen, und reden Sie mit den Menschen wie mit Erwachsenen. Das bedeutet: keine übermäßige Betonung, kein Singsang mit unnatürlich hoher Stimmlage, keine Verniedlichungen und kein „Erzieher-Wir“. Solch eine Sprache gegenüber älteren Menschen – in der Fachwelt auch „Elderspeak“ genannt – wirkt herabwürdigend, entmündigend und bevormundend. Sie geht zu Lasten der Verständlichkeit, kann emotionalen Stress auslösen und zu Verwirrung, Missverständnissen, Widerstand, Verweigerung und Aggressionen führen.

Blickkontakt ist für die Kommunikation mit Menschen mit Demenz sehr wichtig. Indem Sie in Gesprächen bewusst Blickkontakt herstellen und halten, können Sie sicherstellen, dass die Person sich angesprochen fühlt und ihr zudem ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Schauen Sie sich beim Sprechen und Zuhören in die Augen. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie das Gespräch sprichwörtlich auf Augenhöhe führen. Bei fortgeschrittener Demenz ist Blickkontakt – neben Berührungen und der Stimmlage – oft der einzige Weg, den Menschen zu erreichen und eine Verbindung zueinander aufzubauen.

Mit Fortschreiten der Erkrankungen drücken Menschen mit Demenz ihre Stimmungen und Gefühle zunehmend nonverbal aus. Je stärker ihr Sprachverständnis eingeschränkt ist, desto wichtiger wird die Körpersprache für die Kommunikation. Versuchen Sie alles, was Sie sagen, durch Mimik und Gestik zu unterstreichen. Machen Sie zum Beispiel eine Geste zum Essen oder Trinken, wenn Sie der Person etwas anbieten wollen. Oder lächeln Sie, wenn Sie etwas Lustiges erzählen. Durch eine zugewandte Körpersprache und eine freundliche Mimik und Gestik können Sie das Wohlbefinden stärken.

Manchmal kommt es vor, dass Menschen mit Demenz Ihre Mimik sowie Ihre Stimme und Ihren Tonfall falsch deuten. Ein konzentrierter Gesichtsausdruck kann zum Beispiel als verärgert oder schlechtgelaunt wahrgenommen werden, lautes Sprechen und eine hohe Stimmlage als wütend, aggressiv oder feindlich. Menschen mit Schwerhörigkeit können hohe Töne außerdem schlechter akustisch wahrnehmen. Wenn Sie zu laut oder hoch sprechen, werden die Person Sie also schlechter verstehen.

Mit Berührungen, die gewollt sind und als angenehm empfunden werden, können Sie ohne viele Worte Nähe herstellen und mit einer Person mit Demenz in Verbindung bleiben – zum Beispiel indem Sie ihre Hand halten, sie umarmen oder ihre Hände, Füße und Schultern massieren. Sie können dem Menschen auf diese Weise ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, unangenehme Gefühle wie Angst oder Unruhe mindern, Stress abbauen und das Wohlbefinden steigern.

Allerdings sollten Sie immer behutsam und feinfühlig vorgehen. Körperliche Nähe kann Menschen auch überfordern. Sie können Grenzen überschreiten und als übergriffig empfunden werden. Kündigen Sie Berührungen daher immer an, beobachten Sie die Reaktionen und hören Sie auf, wenn die Person ihre Ablehnung äußert oder durch ihre Körpersprache ausdrückt.

Mehr über das Thema können Sie in dem Artikel „Berührung bei Demenz“ von demenzworld nachlesen. Berührungen sind außerdem ein wichtiger Bestandteil der „Basalen Stimulation“ – einem Therapiekonzept, bei dem elementare Körper- und Sinneserfahrungen angeregt werden. Mehr dazu erfahren Sie zum Beispiel auf der Seite www.pflege.de und in dem Handbuch „Basale Stimulation“ (Hogrefe Verlag, 2019).

Menschen mit Demenz haben ein gutes Gespür für Stimmungen und Gefühle von nahestehenden Personen. Sie merken zum Beispiel, wenn Sie verärgert, gestresst oder traurig sind und können sich von der jeweiligen Stimmung anstecken und herunterziehen lassen. Das ist nicht schön, bedeutet aber nicht, dass Sie unangenehme Gefühle überspielen sollten. Menschen mit Demenz würden dies ebenso bemerken und wären verunsichert, wenn Ihre Worte etwas anderes ausdrücken als Ihre Körpersprache. Versuchen Sie, authentisch zu bleiben und sich nicht zu verstellen.

Das Gute an diesem Feingefühl ist: Sie können Menschen mit Demenz auch mit positiven und schönen Gefühlen anstecken. Wenn Sie zum Beispiel fröhlich sind und aufrichtig lächeln, kann sich das auf die Person übertragen oder sie aufheitern und unangenehme Gefühle wie Angst oder Kummer vertreiben.

Im Verlauf einer Demenzerkrankung sind die Menschen zunehmend auf Unterstützung angewiesen – zum Beispiel beim Anziehen, der Körperpflege oder beim Essen. Versuchen Sie, die noch vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und die Tätigkeiten eher zu begleiten als sie zu übernehmen. Achten Sie darauf, dass Sie die Person nicht ungefragt und ohne Vorankündigung anfassen. Gehen Sie behutsam vor und sprechen Sie darüber, was Sie vorhaben. So kann die Person Ihre Handlungen verstehen und sich darauf einstellen – und Sie vermeiden Missverständnisse oder auch herausfordernde Verhaltensweisen wie Ablehnung und Aggressionen.

Menschen mit Demenz verwechseln häufig Wörter oder sprechen sie „falsch“ aus. Bei Fortschreiten der Erkrankung setzen sie Erinnerungen anders zusammen und füllen Erinnerungslücken zum Teil mit Fragmenten auf, die einen Bezug zu ihrer eigenen Lebensgeschichte haben können – aber nicht müssen. Die Aussagen entstehen durch die krankheitsbedingten Gedächtnisstörungen oder eine veränderte Wahrnehmung, entsprechen aber der Realität der Menschen.

Der beste Tipp hierfür ist: Lassen Sie das Gesagte – soweit es möglich ist – kommentarlos stehen und korrigieren Sie die Person nicht. Widerspruch, Korrekturen und Zurechtweisungen tragen eher dazu bei, dass die Stimmung sich anspannt, und können unangenehme Gefühle wie Scham oder Unruhe auslösen. Besser ist es, die Informationen humorvoll aufzugreifen oder bei der nächsten Gelegenheit unauffällig in das Gespräch einfließen zu lassen.

Wenn das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt ist, kommt es vor, dass Menschen mit Demenz Fragen wiederholen und immer wieder stellen. Das ist kein böser Wille. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass etwas noch nicht geklärt ist und die Person stark beschäftigt. Oder es liegt schlichtweg daran, dass sie sich nicht erinnern kann, die Frage gestellt oder eine Antwort bekommen zu haben. Die Menschen darauf hinzuweisen, bringt nichts. Überlegen Sie sich besser eine kurze und konkrete Antwort. Auch wenn es schwerfällt: Antworten Sie ruhig, höflich und so, als würden Sie die Frage zum ersten Mal hören.

Menschen mit Demenz können Gespräche als anstrengend empfinden – vor allem ab der Nachmittagszeit oder wenn die Demenz bereits fortgeschritten ist. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es ihnen zu viel wird, versuchen Sie, miteinander zu schweigen. Das kann ungewohnt sein, wirkt für Menschen mit Demenz aber wohltuend. Mit Blicken, einem Lächeln und Berührungen können Sie immer wieder Nähe herstellen – zum Beispiel, indem Sie einfach nur die Hand der Person halten.

Eine Demenz-Diagnose und das Wahrnehmen von Demenzsymptomen gehen mit vielen Sorgen und Ängsten einher. Betroffene reagieren oft mit Verdrängung oder sogar Abwehr. Lassen Sie dem Menschen Zeit, die Neuigkeiten zu verarbeiten, üben Sie keinen Druck aus und sprechen Sie immer behutsam über die Erkrankung. So können Sie das Vertrauen, das zwischen Ihnen besteht, aufrechterhalten und schaffen damit eine wichtige Voraussetzung für die weitere Begleitung. Zeigen Sie, dass Sie da sind und der Person, soweit es Ihnen möglich ist, zur Seite stehen. Versuchen Sie, so offen und gelassen wie möglich an die Veränderungen heranzugehen.

Weitere Informationen und Tipps finden Sie in den Empfehlungen zum Umgang mit Diagnose und Aufklärung bei Demenz der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Die schlechten Nachrichten hören bei einer Demenz nicht mit der Diagnose auf. Mit Fortschreiten der Erkrankung gehen alltägliche Fähigkeiten zunehmend verloren, und die Menschen können unwillentlich sich oder andere gefährden. Es wird ein Zeitpunkt kommen, in dem das selbstständige Autofahren nicht mehr möglich ist oder sie eine Pflegekraft brauchen, um bei Körperpflege zu unterstützen. Um das Vertrauen zwischen Ihnen nicht zu beeinträchtigen, lassen Sie solche Nachrichten am besten von anderen Personen – beispielsweise der Ärztin oder dem Arzt – überbringen.

Tipps für herausforderndes Verhalten

Der Umgang mit Demenz ist nicht immer einfach. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, reagieren mitunter ungewöhnlich, verhalten sich außerhalb der Norm und auf eine Weise, die als störend, unpassend oder belastend empfunden wird. Die gute Nachricht für Sie ist: Manchmal können schon einfache Maßnahmen helfen, herausforderndes Verhalten zu bewältigen, Menschen zu beruhigen und angespannte Situationen zu entspannen. Im Folgenden finden Sie ein paar Tipps.

Weitere Informationen und Tipps, wie Sie mit schwierigen Verhaltensweisen im Alltag umgehen können, finden in der Broschüre „Leben mit Demenzerkrankten“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und im Online-Ratgeber Demenz des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat außerdem Empfehlungen zum Umgang mit Gefährdung bei Demenz herausgegeben.

Herausforderndes Verhalten hat oft Gründe – und die liegen meist nicht in den charakterlichen Eigenschaften, sondern vor allem in unerfüllten Bedürfnissen, körperlichem Unwohlsein oder dem Umfeld. So können Faktoren wie Einsamkeit, Angst, Schlafmangel, Durst, Stress oder belastende Umgebungsreize herausfordernde Verhaltensweisen auslösen oder verstärken. Auch die Art des Umgangs ist entscheidend. Ein hoher Zeitdruck und zu wenig Kommunikation können die Menschen verunsichern oder auch aufwühlen.

Bei der Suche nach möglichen Ursachen können zum Beispiel folgende Fragen helfen: Gibt es körperliche, emotionale oder soziale Bedürfnisse, die möglicherweise unerfüllt sind? Hat die Person vielleicht Hunger, hat sie Angst oder wünscht sie sich Nähe? Und gibt es Umgebungseinflüsse, die die Person stören oder irritieren könnten – zum Beispiel laute Musik oder Zugluft? Die Ursachen für herausforderndes Verhalten zu finden und zu verstehen, ist ein wichtiger Schritt für die Bewältigung.

Menschen mit Demenz können Schmerzen schlechter als solche erkennen und oft nicht konkret benennen. Darüber hinaus kann es ihnen schwerfallen, sich mitzuteilen und Ihnen ihr Unwohlsein zu beschreiben. Sie nehmen die Schmerzen jedoch wahr und können sich in Folge herausfordernd oder auch widersprüchlich verhalten. Manche Menschen laufen zum Beispiel hin und her, obwohl ihnen die Bewegungen wehtun. Entsprechend schwierig ist es, Schmerzen bei Demenz zu erkennen und richtig zu behandeln.

Versuchen Sie – wenn möglich –, durch einfache Fragen herauszufinden, ob Schmerzen vorliegen und wenn ja, wo und wie stark diese sind. Was ebenfalls helfen kann, ist, das Verhalten und Körpersignale wie Mimik und Gestik zu beobachten. Auf der Seite der Deutschen Schmerzgesellschaft findet sich hierfür ein Beobachtungsbogen mit Anleitung. Weitere Informationen dazu, wie Sie Schmerzen erkennen können und wie sie sich behandeln lassen, finden Sie im Infoblatt 18 von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Lachen entspannt Menschen und fördert die Gesundheit. Es kann das Immunsystem stärken, Schmerzen erträglicher machen, Stress abbauen und die Stimmung heben. Im Zusammenleben mit Menschen mit Demenz kann gemeinsames Lachen nicht nur angespannte Situationen entspannen, sondern auch die emotionale Verbindung stärken und Aggressionen vorbeugen.

Eine gute Gelegenheit bieten zum Beispiel Stummfilme oder Slapstick-Komödien, die auf eine starke Bildsprache setzen und mit wenigen Worten auskommen. Die Situationskomik, mit denen diese Filme spielen, lässt sich oft auch im Alltag finden. Sie können versuchen, solche Momente bewusst wahrzunehmen und gemeinsam über Versprecher, Missgeschicke oder andere Patzer zu lachen. Eine weitere Möglichkeit ist es, dass Sie selbst komische Moment herbeiführen und sich zum Beispiel bewusst tollpatschig anstellen.

Mehr über das Thema Demenz und Humor können Sie in Folge #53 des Demenz-Podcasts erfahren.

Menschen mit Demenz haben mitunter einen starken Bewegungsdrang und eine starke innere Unruhe, wodurch sie viel umherwandern. Manchmal suchen sie dabei nach einem Gegenstand, den sie verlegt haben, manchmal nach einer Person, die gerade oder nicht mehr da ist und manchmal nach einem Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Am besten ist es, das Umherwandern so wenig wie möglich zu unterbinden.

Tatsächlich hat das Umherwandern viele positive Effekte: Die Bewegung baut Stress ab, fördert Ruhe und mindert Schlafstörungen. Falls die Person häufiger die Wohnung verlässt, sprechen Sie mit den Menschen aus der Nachbarschaft über die Demenzerkrankung und sensibilisieren Sie sie für Veränderungen. So können sie Sie informieren oder die Person auf ihrem Weg nach Hause begleiten. Mit Einwilligung der Person können Sie auch GPS-Tracker verwenden, um die Aufenthaltsorte in Echtzeit nachverfolgen zu können. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber.

In der Nacht ist die Situation ein andere. Sollte die Person nicht schlafen können und nachts umherwandern, ist das Risiko höher. Achten Sie darauf, dass die Wohnungstüren verschlossen sind und verwenden Sie gegebenenfalls Bewegungsmelder, um das Wandern mitzubekommen. Aktivitäten am Tag, eine ruhige und angenehme Schlafumgebung und warme Getränke vor dem Einschlafen können für einen besseren Schlaf sorgen.

Weitere Tipps, wie Sie Schlafproblemen begegnen vorbeugen können, finden Sie auf der Seite des Zentrums für Qualität in der Pflege.

Menschen mit Demenz können ungehalten, aufbrausend oder aggressiv reagieren – zum Beispiel, wenn sie Veränderungen nicht einordnen können, Menschen nicht wiedererkennen, sie sich bedrängt fühlen oder mit einer Situation überfordert sind. Versuchen Sie, in solchen Situationen so ruhig wie möglich zu bleiben und die Ursache für das Verhalten herauszufinden. Versuchen Sie – auch wenn es schwerfällt –, nicht auf den Konflikt einzusteigen, zu argumentieren, zu schimpfen oder laut zu werden. Das bringt nichts und kann die Situation zusätzlich verschärfen.

Was eventuell helfen kann, um angespannte Situationen wieder zu entspannen, ist: aus dem Raum gehen und die Person kurz allein lassen, die Person ablenken – zum Beispiel indem Sie anfangen, eines ihrer Lieblingslieder zu summen –, ruhig mit der Person sprechen oder eventuell auch Nähe und Körperkontakt suchen.

Wenn ein Mensch mit Demenz etwas nicht will und zum Beispiel die Körperpflege, das Anziehen oder das Essen ablehnt, hilft es nicht, darauf zu beharren. Besser ist: Legen Sie eine kurze Pause ein, gehen Sie auf Abstand und versuchen Sie es später noch einmal. Versuchen Sie auch herauszufinden, warum die Person etwas ablehnt. Manchmal können unbefriedigte Bedürfnisse, unangenehme Gefühle oder Schmerzen der Grund sein. Manchmal liegt es vielleicht nur daran, dass die Farbe des Pullovers nicht gefällt oder der Lieblingsteller auf dem Tisch fehlt. Wenn Sie den Grund kennen, können Sie anders an eine Situation herangehen.

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass eine Situation eskaliert und Menschen mit Demenz handgreiflich werden oder mit Gegenständen werfen. Ziehen Sie sich in solch einem Fall zurück und gehen Sie auf Abstand. So kann die Person zur Ruhe kommen – meist dauert das nicht lang und die Situation entspannt sich wieder. Mit etwas zeitlichem und räumlichem Abstand können Sie versuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Sprechen Sie dabei ruhig, versuchen Sie, die Gründe für das Verhalten herauszufinden und zeigen Sie Verständnis für die Wahrnehmungen und Gefühle der Person.

Was Sie in jedem Fall vermeiden sollten, sind Diskussion und Konfrontationen. Fangen Sie keinen Streit an und provozieren Sie nicht. Halten Sie die Person nicht gewaltsam fest und bedrängen Sie sie nicht. Sollten Sie selbst festgehalten werden, versuchen Sie nicht, sich gewaltsam loszureißen.