Für Menschen mit Demenz und pflegende An- und Zugehörige gibt es eine Vielzahl an Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Diese können Sie im Alltag entlasten und neue Wege zum Umgang mit der Erkrankung eröffnen. Eine kleine Auswahl an Möglichkeiten und hilfreichen Adressen haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt. Umfassende Informationen erhalten Sie unserem Ratgeber und in unseren persönlichen Beratungen.
Menschen mit Demenz sowie ihre An- und Zugehörigen können in Berlin verschiedene, kostenlose Beratungsangebote wahrnehmen, die sie bei alltäglichen, finanziellen oder rechtlichen Fragen unterstützen. Neben unserer Beratung gibt es unter anderem die folgenden Angebote:
Die Verbraucherzentrale Berlin berät telefonisch oder persönlich zu vertragsrechtlichen Fragen in der Pflege, prüft Pflege- und Betreuungsverträge und kann Ihre Rechte bei Bedarf außergerichtlich vertreten. Einen Beratungstermin können Sie online oder telefonisch vereinbaren.
Telefon: 030 214 850
Montag – Freitag, 10 – 16 Uhr
Für kurze Fragen gibt es auch eine telefonische Kurzberatung (maximal 15 Minuten):
Telefon: 030 214 852 60
Mittwoch, 14 – 17 Uhr
Freitag, 10 – 13 Uhr
Mehr Information erhalten Sie unter www.verbraucherzentrale-berlin.de.
In Berlin gibt es 36 Pflegestützpunkte, die unter anderem zu Pflegegraden, Hilfsmitteln, Wohnformen und Wohnraumanpassungen beraten. Die Beratungen sind kostenfrei und richten sich pflegebedürftige Personen sowie ihre An- und Zugehörigen. Alle Standorte und Kontaktdaten finden Sie unter www.pflegestuetzpunkteberlin.de.
Telefon: 0800 59 500 59
Montag – Freitag, 9 – 18 Uhr
Die Beratungsstelle „Pflege in Not“ berät Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte kostenfrei und auf Wunsch anonym, wenn es zu Konflikten oder Gewalt in der Pflege kommt. Angeboten werden unter anderem telefonische oder persönliche Beratungen, Mediationen und Hausbesuche.
Adresse: Bergmannstraße 44, 10961 Berlin
Telefon: 030 695 989 89
E-Mail: pflege-in-not(at)dwbsm.de
Mehr Information erhalten Sie unter www.pflege-in-not.de.
Menschen, die zu Hause gepflegt werden, können gemäß Sozialgesetzbuch (§ 45a SGB XI) Angebote zur Unterstützung im Alltag wahrnehmen. Bei diesen Unterstützungsangeboten übernehmen ehrenamtlich Engagierte oder hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einige Stunden die Betreuung von Menschen mit Demenz. So werden zum einen An- und Zugehörige entlastet, zum anderen können Menschen mit Demenzen länger zu Hause leben, soziale Kontakte aufrechterhalten oder auch ihren Alltag selbständig bewältigen. Die Kosten für die Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden von den Pflegekassen übernommen.
Im Folgenden beschreiben wir einige Angebotsarten, die Sie zur Unterstützung im Alltag nutzen können. Angebote in Berlin können Sie über das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung suchen und nach Zielgruppe, Ort und Art der Unterstützung filtern.
Ausführliche Informationen zu einzelnen Angeboten, zu den Voraussetzungen und zur Finanzierung finden Sie in unserem Ratgeber.
Bei den Besuchsdiensten betreuen Helferinnen und Helfer stundenweise Menschen mit Demenz im häuslichen Bereich. Die Betreuung orientiert sich an den Bedürfnissen und der Tagesform sowie den Interessen, Vorlieben und Fähigkeiten. Im Vordergrund steht, Wohlfühlmomente für die Betroffenen zu gestalten.
Mit der Betreuungsbörse haben wir 1989 unseren eigenen Berliner Besuchsdienst geschaffen. Wir bringen Sie mit von uns geschulten, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zusammen, die einmal pro Woche bei Ihnen zu Hause vorbeikommen. Die Besuche verschaffen Ihnen als An- und Zugehörige ein regelmäßiges, zuverlässiges und planbares Zeitfenster, das Sie ganz für sich zu nutzen können – etwa um Freunde zu treffen, Sport zu treiben oder einem Hobby nachzugehen. Die Helferinnen und Helfer erhalten für die Betreuung eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro pro Stunde. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten für bis zu drei Stunden pro Woche.
Haben Sie Fragen zum Angebot oder zur Kostenerstattung? Sprechen Sie gern unsere Kollegin Anneke Reddering an. Sie erreichen Sie über E-Mail an betreuungsboerse(at)alzheimer-berlin.de oder telefonisch unter 030 257 966 97.
Die telefonischen Sprechzeiten sind:
Dienstag: 14 – 18 Uhr
Donnerstag: 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr
Außerhalb der Sprechzeiten können Sie eine Nachricht mit Ihrer Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Anneke Reddering ruft Sie dann zurück.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer.
In Betreuungsgruppen betreuen Fachkräfte und Ehrenamtliche Menschen mit Demenz in kleinen Gruppen. In der Regel kommen die Gruppen einmal wöchentlich für drei bis vier Stunden zusammen, um gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen. Die Angebote sind vielfältig und umfassen Aktivitäten wie gemeinsames Singen, Spielen, Kaffeetrinken und Spaziergänge.
Mobilitätshilfedienste ermöglichen Menschen, die außerhalb ihrer Wohnung auf Unterstützung angewiesen sind, eine aktive Teilhabe und begleiten sie in ihrem Alltag – zum Beispiel auf dem Weg zur Ärztin oder zum Arzt, beim Einkaufen, beim Besuch von kulturellen Veranstaltungen oder beim Spaziergehen.
Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis können beim Versorgungsamt einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Auskunft über die Adressen und Träger der Berliner Mobilitätshilfedienste erhalten Sie auf der Seite www.berliner-mobilitaetshilfedienste.de oder über die Bezirksbeauftragten für Menschen mit Behinderungen.
Menschen mit Demenz haben die Möglichkeit, sich Lebensmittel, Getränke und Haushaltsartikel liefern zu lassen. Einige Seniorenfreizeitstätten und Pflegeheime bieten einen stationären Mittagstisch an. Diesen können alle Menschen nutzen, die sich warme Mahlzeiten nicht mehr selbstständig zubereiten können. Für Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr regelmäßig verlassen können, gibt es außerdem den sogenannten Fahrbaren Mittagstisch, der in Berlin von unterschiedlichen Diensten angeboten wird. Die Dienste bringen entweder täglich ein warmes Menü ins Haus oder liefern Tiefkühlgerichte, die die Betroffenen selbst aufwärmen.
Gerontopsychiatrische Tagespflegeeinrichtungen sind auf psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter spezialisiert und bieten tagsüber Betreuung und Pflege an. Auch ein Teil der nicht-spezialisierten Einrichtungen nimmt Menschen mit Demenz als Gästinnen oder Gäste auf. Die meisten Tagesstätten sind von montags bis freitags geöffnet, einige auch an allen Wochentagen. Vor der Aufnahme wird meist mindestens ein Probetag vereinbart, um zu schauen, ob Einrichtung und Mensch zueinander passen.
Der Besuch einer Tagesstätte wirkt sich in der Regel positiv auf Stimmung und Wohlbefinden von Demenzerkrankten aus. Empfehlenswert ist ein Besuch an zwei bis drei Tagen pro Woche. So können Menschen mit Demenz mit der Einrichtung und dem Personal vertraut werden, soziale Beziehungen aufbauen und Gemeinschaft erleben.
In Berlin gibt es mehr als 90 Tagespflegeeinrichtungen mit einem Versorgungsvertrag. Welche Einrichtungen in Ihrer Nähe liegen und Menschen mit Demenz aufnehmen, können Sie über die Pflegestützpunkte in den jeweiligen Bezirken erfragen oder online suchen – zum Beispiel über die Einrichtungssuche der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege oder den AOK-Pflegenavigator.
Pflegen Sie einen Menschen mit Demenz und brauchen eine Auszeit? Oder fallen Sie selbst krankheitsbedingt aus? Als pflegende An- und Zugehörige haben Sie Möglichkeit, die demenzerkrankte Person im Rahmen einer sogenannten Verhinderungspflege betreuen zu lassen. Die Verhinderungspflege ist entweder in stationären Pflegeeinrichtungen möglich oder kann im eigenen Zuhause von privaten Pflegepersonen und ambulanten Pflegediensten durchgeführt werden.
Die Kurzzeitpflege ist eine befristete stationäre Rund-um-die-Uhr-Betreuung und hat zum Ziel, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen und die Nachsorge nach medizinischen Behandlungen sicherzustellen. Meist wird die Kurzzeitpflege von Pflegeheimen angeboten. Da Menschen mit Demenz auf neue Umgebungen mit Verwirrtheit, Angst, Aggressivität oder Unruhe reagieren können, erfordert die Kurzzeitpflege seitens der Einrichtungen besondere Bemühungen. Manche Einrichtungen können Demenzerkrankte daher nicht aufnehmen.
Die Adressen von Einrichtungen, die eine Kurzzeitpflege anbieten, finden Sie über die Einrichtungssuche der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.
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