
Eine Demenz ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Krankheitsformen, bei denen die Gehirnleistungen allmählich nachlassen und ähnliche Krankheitssymptome in mehr oder weniger starker Ausprägung auftreten. Welche Symptome auftreten, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von den betroffenen Gehirnregionen ab.
Typische Anzeichen, die auf eine Demenz hindeuten können (aber nicht müssen), sind unter anderem Gedächtnis- und Sprachprobleme, Stimmungsschwankungen, Verhaltensänderungen oder das Vergessen von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Im Verlauf von Demenzerkrankungen fallen alltägliche und gewohnte Aufgaben zunehmend schwer – wie zum Beispiel das Einhalten von Terminen, Einkaufengehen und Kochen, das Bedienen der Waschmaschine, die Körperpflege oder Essen und Trinken.
Wenn Sie bei sich oder bei Ihnen nahestehenden Menschen kognitive, emotionale oder soziale Veränderungen bemerken, die häufiger auftreten oder länger anhalten, empfehlen wir immer eine ärztliche Abklärung (siehe Diagnose).
Wir möchten Sie außerdem ermutigen, sich anderen Menschen anzuvertrauen und sich frühzeitig Unterstützung zu suchen – gern auch bei uns. Als Selbsthilfeorganisation unterstützen wir Sie in Ihrer individuellen Situation und stehen Ihnen – auch ohne Diagnose – bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Sie können uns jederzeit ansprechen und unsere kostenlose, individuelle Beratung in Anspruch nehmen. Sie erreichen uns entweder über E-Mail an info(at)alzheimer-berlin.de oder telefonisch unter 030 89 09 43 57. Für einen Austausch mit anderen Betroffenen können wir außerdem den Kontakt zu unseren Selbsthilfegruppen herstellen. Das Wichtigste, das Sie wissen müssen, ist: Sie sind nicht allein!
Demenzerkrankungen können grundsätzlich schon in jungen Jahren auftreten – etwa, wenn die Demenzform erblich bedingt ist, wenn eine Lernbehinderung besteht oder Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und Depressionen die Entstehung begünstigen (siehe Junge Demenzen). Meist erkranken Menschen jedoch mit zunehmendem Alter. Neun von zehn Erkrankten sind über 75 Jahre alt.
Durch den demografischen Wandel und die steigende Zahl älterer Menschen wird wahrscheinlich auch die Zahl der Demenzerkrankungen in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl von aktuell rund 1,8 Millionen auf bis zu 2,7 Millionen im Jahr 2050 ansteigen könnte. (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Infoblatt 1) Wissenschaftliche Studien deuten aber auch darauf hin, dass viele Demenzerkrankungen durch präventive Maßnahmen verhindert oder hinausgezögert werden können.
Demenzerkrankungen werden in primäre und sekundäre Formen unterschieden. Primäre Demenzen betreffen rund 90 Prozent der Demenzerkrankten und entstehen als direkte Folge von Krankheiten, die im Gehirn beginnen und das Gehirn schädigen. Nach dem aktuellen Stand der Forschung ist dieser Prozess weder umkehrbar noch heilbar. Zu den primären Demenzen zählen unter anderem die Alzheimer-Demenz, die Vaskuläre Demenz, die Frontotemporale Demenz (FTD) und die Lewy-Körper-Demenz.
Im Gegensatz zu den primären Formen entstehen sekundäre Demenzen durch andere Erkrankungen oder Störungen, die sich auf das Gehirn auswirken und Demenzsymptome verursachen können. Werden die jeweiligen Grunderkrankungen behandelt, können sekundäre Demenzen reversibel sein. Das bedeutet: Die Gehirnfunktion kann ganz oder teilweise wiederhergestellt werden.
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Informationen zu den einzelnen Demenzformen, ihren Ursachen, spezifischen Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten. Zwar sind die meisten Demenzerkrankungen aktuell nicht heilbar. Eine frühe Behandlung kann jedoch das Voranschreiten der Erkrankung hinauszögern und die Lebensqualität bis in fortgeschrittene Krankheitsstadien aufrechterhalten. Als Betroffene – egal ob direkt oder indirekt – haben Sie mehr Zeit, sich auf krankheitsbedingte Veränderungen und Einschränkungen einzustellen und sich daran anzupassen – was aus unserer Erfahrung entscheidend ist, um eine Demenzerkrankung gut zu bewältigen (siehe auch Glossar und Selbstfürsorge).
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