Die Alzheimer-Demenz wurde erstmals durch den Mediziner Alois Alzheimer (1864–1915) beschrieben und ist die mit Abstand häufigste Demenzform: Sie betrifft rund drei Viertel der an einer Demenz erkrankten Menschen. Bei Alzheimer lagern sich Eiweiße – die sogenannten Amyloide – im Gehirngewebe ab, wodurch die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen gestört wird. Dieser Prozess setzt bereits Jahre vor der Diagnose und den ersten Symptomen ein. Die genauen Ursachen für die Ablagerungen sind noch nicht bekannt.
Symptome und Verlauf
Die Alzheimer-Demenz beginnt meist schleichend und bildet sich über einen längeren Zeitraum aus. Betroffen sind höhere Gehirnfunktionen wie zum Beispiel das Gedächtnis, das Denken, die Orientierung, die Sprache, die Aufmerksamkeit, die Auffassungsgabe und das Urteilsvermögen. Alzheimer geht mit Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens und des Antriebs einher. Das Bewusstsein ist nicht beeinträchtigt.
Der Verlauf kann grob in folgenden drei Stadien gegliedert werden:
- Leichte oder beginnende Alzheimer-Demenz: In der Anfangsphase ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt. Betroffenen fällt es schwer, sich etwas zu merken, Neues zu erlernen oder sich an unbekannten Orten zurechtzufinden. Sie wiederholen sich beispielsweise, verlegen Gegenstände oder brauchen mehr Zeit für gewohnte Aktivitäten. Werden die Betroffenen mit der Vergesslichkeit konfrontiert, reagieren sie häufig verunsichert. Auch Streit und Aggressionen, Ängstlichkeit und Rückzug oder depressive Verstimmungen sind möglich.
- Mittelschwere Alzheimer-Demenz: In der mittleren Phase nimmt der Gedächtnisverlust zu, und die zeitliche, örtliche und situative Orientierung nehmen ab. Die Erkrankten finden sich selbst in vertrauter Umgebung nicht mehr gut zurecht und erkennen bekannte Personen nicht wieder. Hinzu kommen Stimmungsschwankungen, die von emotionaler Labilität über depressive Phasen bis hin zu Wutausbrüchen reichen. Durch den Verlust des Vertrauten erleben Betroffene oft Gefühle wie Unsicherheit, Angst oder Unruhe.
- Schwere Alzheimer-Demenz: Im fortgeschrittenen Stadium sind die Erkrankten bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Sie benötigen Fürsorge, Pflege und emotionale Zuwendung. Das Sprachvermögen reduziert sich auf wenige Worte und kann vollständig verloren gehen. Die Erkrankten können nicht mehr selbstständig essen, werden inkontinent, zunehmend immobil und anfälliger für Infektionskrankheiten wie Lungenentzündungen.
Behandlung
Die Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar. Die Behandlung kann jedoch Symptome lindern und das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern. Hierfür stehen sowohl Medikamente als auch eine Reihe nicht-medikamentöser Therapien zur Verfügung:
- Medikamente können die kognitive Leistungsfähigkeit bis zu einem Jahr und die Alltagsfähigkeiten für mehrere Monate aufrechterhalten. Für die Behandlung stehen die Wirkstoffe Donepezil, Galantamin, Rivastigmin und Memantin zur Verfügung. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
- Nicht-medikamentöse Therapien können die Gedächtnisleistung und Alltagsfähigkeiten verbessern, die Stimmung und das Wohlbefinden stärken und sekundäre Symptome wie Antriebsarmut, Ängste, Aggressionen oder Unruhe lindern. Für einige dieser Therapien – darunter Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie – werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Infoblatt 6 der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Die Behandlung sollte in möglichst enger Zusammenarbeit mit einer Bezugsperson geplant werden. Die Möglichkeiten sind abhängig von den individuellen Möglichkeiten, vorhandenen Fähigkeiten sowie den persönlichen Wünschen und Interessen der Betroffenen.
Weitere Informationen
- Infoblatt 2 der Deutschen Alzheimer Gesellschaft über die neurobiologischen Grundlagen von Alzheimer-Demenz
- Infoblatt 4 der Deutschen Alzheimer Gesellschaft über genetische Faktoren
- Demenz-Podcast #77 über neue Medikamente gegen Alzheimer
- Stellungnahme der Deutschen Alzheimer Gesellschaft über Halbwahrheiten und falsche Heilsversprechen
- Mitteilungen Nr. 61: Beitrag „Abschied und Trauer: (Weiter-) Leben mit der Diagnose Alzheimer-Demenz“ von Sabine Noack
- Mitteilungen Nr. 65: Beitrag „Für einen Menschen allein ist das nicht möglich – Wie ich meinen Mann mit Alzheimer begleitet habe“ von Maike Gerth-Potesta