Glossar

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A

Agnosie


Neuropsychologische Störung, die durch organische Schäden entsteht und zu Beeinträchtigungen bei der Sinnesverarbeitung führt. So geht zum Beispiel bei der visuellen Agnosie die Fähigkeit verloren, optische Reize zu erkennen, zu verarbeiten und einzuordnen. Betroffene können unter anderem Probleme haben, Objekte, Gesichter, ihre Umgebung oder Buchstaben zu erkennen. Die visuelle Agnosie ist ein Symptom der posterioren kortikalen Atrophie (siehe Weitere Demenzen).

Ambulant


Zeitlich begrenzte medizinische oder pflegerische Leistung – ohne Übernachtung Aufenthalt in einer Tagesklinik. Eine ambulante medizinische Versorgung ist zum Beispiel der Besuch beim Hausarzt beziehungsweise der Hausärztin. Die ambulante Pflege versorgt Menschen in ihrem Zuhause und unterstützt unter anderem beim Essen und der Körperpflege. Das Gegenteil von „ambulant“ ist „stationär“.

Amyloid


Eiweiß, das natürlich in jedem Körper vorkommt und das im gesunden Gehirn ohne Probleme abgebaut wird. Bei einer Alzheimer-Demenz ist der Abbauprozess gestört – es bildet sich das sogenannte Amyloid-Plaques. Das bedeutet: Das Amyloid lagert sich ab, verklumpt zwischen den Nerzzellen und stört die Signalübertragung. Amyloid-Plaques gilt als eine zentrale Ursache für das Entstehen einer Alzheimer-Demenz.

Anamnese


Befragen der Patientinnen und Patienten zu ihrem Gesundheitszustand. Die Anamnese umfasst unter anderem Dokumentieren von aktuellen Beschwerden, Lebensumstände und Krankengeschichte.

Antidementiva


Medikamente, die zur Behandlung von Demenzerkrankungen eingesetzt werden. Antidementiva zählen zu den Psychopharmaka und beeinflussen die Botenstoffe im Gehirn. Vor allem im frühen Stadium einer Demenzerkrankung und bei einem frühen Therapiebeginn können sie Symptome abmildern und die kognitiven Fähigkeiten für eine begrenzte Zeit aufrechterhalten oder in seltenen Fällen sogar verbessern. Bislang werden vier verschiedene Wirkstoffe eingesetzt: Donepezil, Galantamin, Rivastigmin und Memantin.

Antidepressiva


Medikamente, die stimmungsaufhellend wirken und zur Behandlung von depressiven Erkrankungen eingesetzt werden. Antidepressiva zählen zu den Psychopharmaka. Sie gleichen unter anderem den Stoffwechsel der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin aus, steigern oder hemmen den Antrieb und verringern körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Schlafstörungen.

Aphasie


Sprachstörung, die durch eine Hirnschädigung auftritt – etwa in Folge einer Demenz oder eines Schlaganfalls. Eine Aphasie kann sich auf alle Aspekte der Sprache auswirken: die Fähigkeit zu sprechen, das Sprachverständnis oder das Lesen und Schreiben. Mimik und Gestik können ebenfalls betroffen sein. Die primär progressive Aphasie ist eine Variante der Frontotemporalen Demenz.

Apraxie


Neurologische Störung, bei der Handlungen oder Bewegungsabläufe nicht mehr zielgerichtet und geordnet ausgeführt werden können. Menschen mit Apraxie sind in ihrer Bewegungsfähigkeit, ihrem Willen und ihrer Wahrnehmung nicht eingeschränkt, können aber Gegenstände nicht mehr sinnvoll verwenden. Apraxie ist ein Symptom von verschiedenen Demenzformen und von Erkrankungen wie Schlaganfällen oder Hirntumoren.

Arteriosklerose


Umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt. Erkrankung, bei der sich die Arterien durch Ablagerungen im Inneren der Blutgefäße verengen, dicker und weniger elastisch werden. In Folge wird der Blutfluss zunehmend behindert, was unter anderem zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder vaskulären Demenzen führen kann.

Ataxie


Ausgeprägte Gleichgewichts- und Koordinationsstörung. Die Störungen zeigen sich beim Sitzen und Stehen, beim Sprechen sowie der Bewegung von Hand und Augen. Ataxien können genetisch bedingt sein oder durch Hirnschäden verursacht werden – zum Beispiel durch einen Schlaganfall, entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Tumore, Verletzungen oder Vergiftungen. Ataxien sind auch ein Symptom von der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder der posterioren kortikalen Atrophie (siehe Weitere Demenzen).

Atrophie


Gewebeschwund – zum Beispiel in den Muskeln, in den Knochen oder im Gehirn –, der oft mit einer Minderung oder dem Verlust von Funktionen einhergeht. Ein gewisser Gewebeschwund ist altersbedingt und natürlich. Faktoren wie Nährstoffmangel, Traumata oder Krankheiten wie Alzheimer und die Frontotemporale Demenz können jedoch zur Folge haben, dass Gewebe vorzeitig oder übermäßig verloren geht.

B

Basale Stimulation


Pflegerische und therapeutische Maßnahmen, die elementare Körper- und Sinneserfahrungen anregen. Das Konzept der basalen Kommunikation wurde in den 1970er Jahren entwickelt, um Kinder mit schwerer Behinderung zu fördern und in den 1980er Jahren auf die Pflege und Begleitung Erwachsener übertragen. Die pflegerischen und therapeutischen Maßnahmen sollen körperliche und geistige Fähigkeiten stärken, die Kommunikationsfähigkeit verbessern und Menschen auf Alltagsaktivitäten wie Körperpflege, Ankleiden oder Essen und Trinken vorbereiten. Die basale Stimulation erfolgt zum Beispiel über Berührungen und Massagen, das Hören von Musik oder das Wahrnehmen von Gerüchen oder Geschmäckern. Die Maßnahmen eignen sich unter anderem für Menschen mit Demenz, neurologischen und psychischen Erkrankungen oder auch Menschen in der letzten Lebensphase.

Behavioral


Das Verhalten betreffend.

Beta-Amyloid


Medizinscher Fachbegriff und Langform für Amyloid.

bvFTD


Abkürzung für „Behaviorale Variante der frontotemporalen Demenz“.

C

Cholinesterasehemmer


Gruppe von Medikamenten, die die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn anregen und die Symptome von leichter und mittelschwerer Alzheimer-Demenz mildern können. In Deutschland sind drei Cholinesterasehemmer zugelassen: Donepezil, Galantamin und Rivastigmin.

CT


Kurz für Computertomographie. Eine CT-Untersuchung erfolgt in einem Computertomographen – einem medizinischen Apparat, der mithilfe von Röntgenstrahlen Bilder vom Inneren des Körpers erstellt. Bei der Untersuchung werden viele Bilder nacheinander aufgenommen, so dass zum Beispiel Organe Schicht für Schicht dargestellt werden können. Eine CT-Untersuchung geht schnell und eignet sich daher besonders für Notfälle wie Schlaganfälle.

D

DiGA


Abkürzung für digitale Gesundheitsanwendungen. DiGAs sind Apps für Smartphone, Tablet und Computer. Sie werden „auf Rezept“ von den Krankenkassen angeboten und werden unter anderem zur Behandlung von Erkrankungen oder den Ausgleich von Beeinträchtigungen eingesetzt. DiGAs gibt es für verschiedene Fachbereiche – wie die Neurologie, die Ernährungsmedizin oder die Psychotherapie. Die Apps beantworten zum Beispiel Gesundheitsfragen, stellen Entspannungsübungen vor oder geben Ernährungstipps. Die Kosten für Apps, die im sogenannten DiGA-Verzeichnis aufgeführt sind, können von den Krankenkassen übernommen werden. Mehr Informationen: diga.bfarm.de.

E

EEG


Abkürzung für Elektroenzephalogramm. Beim EEG werden Elektroden auf der Kopfhaut angebracht, um die elektrische Aktivität des Gehirns zu messen und Störungen der Hirnfunktion sichtbar zu machen.

EKG


Abkürzung für Elektrokardiogramm. Beim EKG werden Elektroden auf die Haut geklebt, die die elektrische Aktivität des Herzens messen und die Herzfunktion zu überprüfen.

Ergotherapie


Nicht-medikamentöse Therapieform für Menschen mit physischen, psychischen oder kognitiven Einschränkungen. Ziel der Ergotherapie ist das Fördern und Erhalten von alltäglichen Fähigkeiten, Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Teilhabe. Ergotherapeutische Maßnahmen sind vielfältig und umfassen zum Beispiel alltagsorientierte Tätigkeiten und Hilfsmitteltrainings, aber auch handwerkliche und künstlerische Aktivitäten. Menschen mit Demenz können unter anderem die Körperpflege, das Ankleiden und Aufgaben im Haushalt üben oder lernen, ihren Tagesablauf zu strukturieren und Gedächtnishilfen zu nutzen. Bei fortgeschrittener Demenz kann Ergotherapie dazu beitragen, die Körperwahrnehmung und Bewegung zu fördern. Informationen zu Therapieformen, Spielideen, Literaturtipps und vieles mehr erhalten Sie beim Forum für Ergotherapie und Demenz.

F

Frontotemporal


Frontotemporal bedeutet, dass der Frontallappen und der Temporallappen im Gehirn betroffen sind. Der Frontallappen ist der Bereich hinter der Stirn, die Temporallappen liegt links und rechts hinter den Schläfen. Die Bereiche beeinflussen unter anderem das (Sozial-)Verhalten und das Sprachverständnis.

G

Gerontopsychiatrie


Medizinischer Fachbereich, der sich mit psychischen Erkrankungen von älteren Menschen ab etwa 60 bis 65 Jahren befasst. Das Wort setzt sich zusammen aus Gerontologie – der Wissenschaft des Alters und des Alterns – und Psychiatrie. Gerontopsychiatrische Einrichtungen versorgen und behandeln ältere Menschen, die psychische Erkrankungen wie Demenz oder Depressionen haben.

H

Hospizversorgung


Medizinische, pflegerische und psychosoziale Palliativversorgung, die Menschen mit unheilbaren Krankheiten in ihrer letzten Lebensphase begleitet und ein würdevolles Sterben ermöglicht. Die Hospizversorgung beinhaltet außerdem eine emotionale und seelsorgerische Begleitung – sowohl für die erkrankten Menschen selbst als auch für ihre An- und Zugehörigen. Die Versorgung kann stationär in Hospizen oder über ambulante Hospizdienste erfolgen, die die Menschen im eigenen Zuhause unterstützen. Mehr Informationen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Berlin finden auf der Website der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.

Hypertonie


Chronisch Bluthochdruck. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt die Blutgefäße im Gehirn und erhöht das Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken.

K

Kernspintomographie


Anderes Wort für MRT.

Kisunla


Handelsname für den Wirkstoff „Donanemab“.

Kognitive Fähigkeiten


Geistige Fähigkeiten, die mit der Wahrnehmung, der Sprache, dem Denken, Lernen und Erinnern in Zusammenhang stehen. Das Wort „kognitiv“ leitet sich vom Lateinischen cognoscere ab, was „erkennen“, „erfahren“ oder „wissen“ bedeutet. Kognitive Fähigkeiten sind zum Beispiel wichtig, um Informationen zu verstehen, Neues zu lernen, etwas planen oder sich Dinge vorstellen zu können.

Kortex


Vom Lateinischen „cortex“ für „Rinde“. In der Medizin ist damit der äußere Gewebeteil von Organen gemeint. Am häufigsten bezieht sich das Wort auf die Großhirnrinde (Cortex cerebri).

Kortikal


Den Kortex betreffend. Kortikale Demenzen – wie beispielsweise die posteriore kortikalen Atrophie – haben demnach ihren Ursprung in der Rinde des Großhirns.

Kurzzeitgedächtnis


Informationen, die höchstens für einige Minuten gespeichert werden.

L

Lecanemab


Wirkstoff zur Behandlung von frühen Alzheimer-Demenzen und leichten kognitiven Beeinträchtigungen, die nachweislich auf Amyloid-Ablagerungen im Gehirn zurückgehen. Lecanemab wird per Infusion verabreicht, gelangt über die Blutbahn ins Gehirn und soll dort dazu beitragen, dass Amyloid abgebaut wird. Der Wirkstoff kann auf diese Weise den Krankheitsverlauf verlangsamen, den Abbau der kognitiven Fähigkeiten verzögern und – bei gelingender Therapie – dazu beitragen, dass die Menschen ihren Alltag länger meistern können. Lecanemab ist in Deutschland seit 2025 zugelassen. Um das Wirkprinzip besser zu verstehen, bedarf es weiterer Forschung. Mehr Informationen zum Wirkstoff finden sich auf der Webseite des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen.

Leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB)


Auch leichte kognitive Störung genannt. Eine LKB ist eine leichte, aber messbare Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten ohne einen Verlust der Alltagsfunktionen. Das bedeutet: Menschen mit LKB sind in ihrem Alltag nicht ernst beeinträchtigt und können weiterhin ein selbstständiges Leben führen. Beeinträchtigt sind vor allem die Konzentration und das Denkvermögen, Gedächtnisstörungen sind seltener. Häufig ändert sich auch das Verhalten – mit Symptomen wie depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen oder Angst. Eine LKB ist ein wichtiges Warnsignal oder mögliches Risiko für Demenzerkrankungen: Die Hälfte der Betroffenen entwickelt innerhalb von fünf Jahren eine Demenz. Der Abbau der Nervenzellen im Gehirn beginnt viele Jahre, bevor die ersten Symptome auftreten. Eine frühe ärztliche Untersuchung der Symptome ist sinnvoll. Falls Faktoren wie Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen oder Depressionen die LKB auslösen, können diese rechtzeitig behandelt werden (siehe Sekundäre Demenzen). Mehr Informationen siehe Infoblatt „Leichte neurokognitive Störungen“ von Alzheimer Schweiz.

Leqembi


Handelsname für den Wirkstoff „Lecanemab“.

Liquor


Flüssigkeit in Gehirn und Rückenmark, die durch das zentrale Nervensystem fließt und auch als Nervenwasser oder Gehirnwasser bezeichnet wird. Der Liquor wird im Gehirn ständig neu gebildet und abgebaut. Er schützt unter anderem das Gehirn vor Erschütterungen, Schlägen oder Stößen, transportiert Immunzellen und versorgt Nervenzellen mit Nährstoffen.

Liquorpunktion


Medizinisches Verfahren, bei dem eine kleine Menge Nervenwasser (Liquor) im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen wird. Bei Verdacht auf eine Alzheimer-Demenz können durch eine Liquorpunktion die sogenannten Neurodegenerationsmarker bestimmt werden – wie beispielsweise das Eiweiß Amyloid, das sich bei Alzheimer-Demenz zwischen den Nervenzellen ablagert. Auch sogenannte FTD-Marker zum Feststellen einer Frontotemporalen Demenz sind im Nervenwasser eindeutig zu erkennen.

Lobär


Lobär bedeutet, dass ein Organlappen betroffen ist – wie zum Beispiel der Frontallappen und der Temporallappen im Gehirn bei der Frontotemporalen Lobärddegeneration (siehe Frontotemporale Demenz).

Lobärdegeneration


Abbau von Zellen in einem Organlappen.

Logopädie


Nicht-medikamentöse Therapieform für die Behandlung von Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Hörens und des Schluckens. Eine logopädische Therapie richtet sich unter anderem an Menschen mit Demenz, mit Aphasie oder mit Schluckstörungen – beispielsweise durch ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Schlaganfall oder eine Parkinson-Erkrankung.

Logopenisch


Fehlen von Wörtern. Abgeleitet von den griechischen Begriffen „logos“ (Wort, Rede) und „penia“ (Armut, Mangel).

Lumbalpunktion


Anderes Wort für Liquorpunktion.

M

MCI


Abkürzung für „Mild Cognitive Impairment“.

MD


Abkürzung für Medizinischer Dienst.

Memory Clinic


Englischer Begriff für Gedächtnissprechstunde oder Gedächtnisambulanz (siehe auch Diagnose ).

Mild Cognitive Impairment


Englischer Begriff für „leichte kognitive Beeinträchtigung“, kurz: MCI.

Mini Mental Status Test


Standardisierter Schnelltest zum Ermitteln der geistigen Leistungsfähigkeit. Mit dem Test werden die Orientierung, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, die Sprache und das visuell-räumliche Denken untersucht.

Monogene Demenzen


Sehr seltene Varianten von Demenzerkrankungen, die vererbt und durch ein einziges verändertes Gen verursacht werden (siehe auch Junge Demenzen).

MRT


Kurz für Magnetresonanztomographie. Eine MRT-Untersuchung erfolgt in einem Magnetresonanztomographen – einem medizinischen Apparat, der mithilfe von Magnetfeldern das Innere des Körpers sichtbar macht. Organe wie das Gehirn können Schicht für Schicht dargestellt und sehr genau untersucht werden.

Myoklonien


Ausgeprägte unwillkürliche Muskelzuckungen.

N

Neurodegenerative Erkrankungen


Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, die mit einem fortschreitenden Abbau von Nervenzellen einhergehen. Der Abbau liegt über dem normalen Alterungsprozess und kann vom Nervensystem nicht mehr kompensiert werden. Je nach Erkrankung sind unterschiedliche Gehirnregionen betroffen, was zu unterschiedlichen neurologischen Störungen führt.

Neuropsychologische Therapie


Nicht-medikamentöse Therapieform für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen wie Schädel-Hirn-Traumata, Demenz oder Parkinson. Die neuropsychologische Therapie soll dabei unterstützen, ein besseres Verständnis über die Erkrankung zu erreichen und die Akzeptanz zu fördern, beeinträchtigte Funktionen wieder aufzubauen oder zu kompensieren. Informationen und Materialien für Patientinnen und Patienten finden Sie auf der Website der Gesellschaft für Neuropsychologie.

P

Palliativversorgung


Ganzheitliche Betreuung und Behandlung für Menschen, die eine weit fortgeschrittenen, unheilbare Erkrankung sowie eine begrenzte Lebenserwartung haben. Ziel der Palliativversorgung ist es, belastende Symptome durch medizinische, pflegerische und psychosoziale Maßnahmen zu lindern. Eine Palliativversorgung kann ambulant oder in Einrichtungen wie Hospizen und Pflegeheimen erfolgen. Mehr Informationen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Berlin finden auf der Website der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege.

Physiotherapie


Nicht-medikamentöse Therapieform, die Bewegungsübungen und physikalische Therapien wie Massagen oder Wärmebehandlungen umfasst und die der Prävention, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen dient. Menschen mit Demenz können durch die Bewegungsübungen ihre körperliche Leistungsfähigkeit erhalten oder verbessern. Bei Betroffenen, die einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben, kann Physiotherapie helfen, sich sicherer zu bewegen und Stürzen vorzubeugen.

PPA


Abkürzung für „Primär Progressive Aphasie“ (mitunter auch „Primär Progrediente Aphasie“ genannt).

Primäre Demenz


Demenzerkrankung, die durch den Abbau von Nervenzellen im Gehirn entsteht. Zu den primären Demenzformen zählen unter anderem die Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, die Lewy-Körper-Demenz und die Frontotemporale Demenz.

Progressiv


Fortschreitend. Bei progressiven Erkrankungen nehmen die Symptome zu und/oder werden stärker.

Psychopharmaka


Medikamente, die gestörte Stoffwechselprozesse im Gehirn beeinflussen. Sie werden – zusammen mit anderen (psycho-)therapeutischen Maßnahmen – zur Behandlung von psychischen Störungen und Erkrankungen eingesetzt. Psychopharmaka werden unter anderem in folgende Gruppen unterteilt: • Antidementiva zur Behandlung von Demenz • Antidepressiva zur Behandlung von Depressionen • Antipsychotika zur Behandlung von Psychosen

R

Rooming-in


Mitaufnahme einer Begleitperson oder einer Pflegekraft in eine stationäre Einrichtung – beispielsweise während einer Behandlung im Krankenhaus oder während einer Rehabilitationsmaßnahme. Die Mitaufnahme muss aus medizinischer Sicht notwendig sein. Das „Rooming-in“ ist in § 11 Abs. 3 SGB V geregelt.

S

Sekundäre Demenz


Demenzerkrankung oder demenzielle Symptome, die als Folge einer anderen Grunderkrankung entstehen – beispielsweise durch Schädel-Hirn-Traumata, Vitaminmangel oder Hirntumore.

Semantisch


Die Bedeutung eines Wortes, eines Satzes oder eines Textes betreffend.

SGB


Abkürzung für Sozialgesetzbuch. Das SGB regelt das in Deutschland geltende Sozialrecht und ist in zwölf Bücher unterteilt. Für Menschen mit Demenz relevant sind unter anderem das SGB V zur gesetzlichen Krankenversicherung, das SGB IX zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen und das SGB XI zur Pflegeversicherung.

Shunt


Verbindung zwischen zwei Bereichen im Körper, die normalerweise nicht besteht und die dafür sorgt, dass Körperflüssigkeiten wie Blut oder Nervenwasser zwischen diesen Bereichen fließen können. Ein Shunt kann natürlich vorkommen oder auch künstlich durch Operationen angelegt werden. Ein Beispiel für einen künstlichen Shunt ist der „ventrikulo-peritoneale Shunt“ (VP-Shunt), der bei Menschen mit Normaldruckhydrozephalus implantiert wird und überschüssiges Nervenwasser aus dem Gehirn in den Bauchraum ableitet (siehe Weitere Demenzen).

Stationär


Betreuung und Behandlung in einem Krankhaus, einer Klinik oder einer Pflegeeinrichtung für mindestens einen Tag und eine Nacht. Die stationäre Versorgung ermöglicht eine intensive und interdisziplinäre Versorgung. Das Gegenteil von „stationär“ ist „ambulant“.

Subjective Cognitive Decline


Englischer Begriff für „subjektive kognitive Störung“, kurz: SCD.

Subjektive kognitive Störung (SCD)


Selbst wahrgenommene Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit, während standardisierte Tests und die Alltagskompetenz unauffällig bleiben.

T

Tau


Eiweiße (Proteine), die zwischen Nervenzellen im Gehirn den Austausch von Informationen stabilisieren. Bei Menschen mit einer Alzheimer-Demenz ist das Gleichgewicht gestört: Die Tau-Proteine verklumpen im Inneren der Nervenzellen und blockieren den Informationsaustausch. Der Prozess beginnt in den Gehirnteilen, die für das Erinnerungsvermögen und das räumliche Gedächtnis zuständig sind. Wie Tau und Amyloid bei Alzheimer-Demenz zusammenwirken, wird derzeit noch erforscht.

Teilstationär


Form der stationären medizinischen Behandlung oder Pflege. Die Menschen werden ebenfalls in ein Krankenhaus, eine Klinik oder eine Pflegeeinrichtung aufgenommen, bleiben aber nur vorübergehend. Die Versorgung ist weniger umfassend. Die teilstationäre Pflege wird als Tages- und als Nachpflege angeboten.

V

Validation


Kommunikatives Konzept für einen wertschätzenden Umgang mit Menschen mit Demenz, das auf Respekt, Empathie und Wertungsfreiheit beruht. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel: Man akzeptiert, dass Menschen mit Demenz in ihrer eigenen Wirklichkeit leben und eigene Wahrheiten haben. Man korrigiert die Personen nicht und stellt ihre Aussagen nicht infrage. Alle Äußerungen, Handlungen und Sichtweisen des Menschen haben eine Bedeutung. Man nimmt die Menschen ernst und versucht, sie zu verstehen. Tipps für ein wertschätzendes Miteinander finden Sie unter Umgang und Kommunikation.

Vaskulär


Die Blutgefäße betreffend.

W

WG


Abkürzung für Wohngemeinschaft. In einer WG teilen sich mehrere Bewohnerinnen und Bewohner eine Wohnung oder ein Haus. Jede Person hat ein eigenes Zimmer. Darüber hinaus gibt es gemeinschaftlich genutzte Räume. In Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz gibt es zusätzlich Angebote für eine ambulante Betreuung und Pflege. Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber und bei den Pflegestützpunkten Berlin.